Trennungsstress bei Hund & Mensch

Trennungsstress bei Hund und Mensch

Trennungsstress beim Hund ist ein ernstzunehmendes Thema und gehört unbedingt behoben. Unsere Hunde sind Familienmitglieder, beste Freunde und immer für uns da, umso wichtiger ist es, dass wir ihre Gefühle und Ängste ernst nehmen. Im folgenden Blogbeitrag erläutere ich, wie das „alleine bleiben“ entspannt klappen könnte.

Was ist Trennungsstress überhaupt?

Es ist die Angst vor der sozialen Trennung des Hundes von seiner Bezugsperson. Seine natürlichen Bedürfnisse nach Schutz, Kontakt, Sicherheit etc. sind nicht mehr gewährleistet, und der Hund hat nie gelernt, damit umzugehen.

Verhaltensbiologisch betrachtet ist Trennungsstress durchaus sinnvoll. Er sorgt dafür, dass sich die Welpen nicht so weit von ihrer Familie entfernen. Somit bleiben die Nähe und Bindung zur Familie erhalten.

Im Laufe der Zeit wird der Welpe durch die Mutter bzw. die Familie daran gewöhnt, auch mal allein zu bleiben. Immer exakt auf die Entwicklung der Welpen abgestimmt. So entsteht überhaupt kein Trennungsstress.

Wie kommt es dennoch, dass unsere Hunde unter Trennungsstress leiden?

Meist werden die Welpen viel zu früh von der Mutter getrennt, meist schon mit 8 Wochen. Dies wird von den Kleinen als bedrohlich und gefährlich empfunden. Es kann traumatisch sein und eventuell die Trennungsangst fördern. Beuge dem vor, indem du deinem neuen Familienmitglied Zeit gibst, euch kennen zu lernen, bevor er von seiner Mutter und seinen Geschwistern getrennt wird. Gib ihm in seinem neuen Zuhause Zeit, Schutz und Geborgenheit. Gib ihm Sicherheit. Aber auch bereits ältere Tiere können unter Trennungsangst leiden, durch schlechte Erfahrungen und weil ihnen nie jemand gezeigt hat, dass es auch entspannt geht.

Anzeichen für Trennungsstress /-angst sind zum Beispiel:

  • sich in der Wohnung erleichtern, sich übergeben
  • die Wohnungseinrichtung zerstören, Kissen zerreißen, an Türrahmen, Fensterrahmen, Wänden knabbern
  • anhaltendes Bellen, Jaulen, Jammern
  • motorische Unruhe (findet keine Ruhe, wandert umher, liegt nicht entspannt …)
  • starkes Hecheln und/oder Speicheln
  • an einem Fleck stehen, sitzen und starren
  • eingesunkene Körperhaltung
  • an Ausgängen kratzen
  • angespannte Körperhaltung
  • lässt seinen Halter nicht aus den Augen, wenn dieser zu Hause ist, kann sich auch dann nicht entspannen
  • versucht, sich überall durchzudrängeln, wenn der Mensch das Zimmer verlassen möchte
  • ist sehr aufgedreht und überschwänglich, wenn sein Mensch nach Hause kommt
  • liegt vor der Tür und anderen Durchgängen
  • wollen nicht essen oder trinken, wenn sie alleine sind

Wie kann ich meinem Hund helfen?

Nach einer Eingewöhnungszeit bei dir zu Hause (wie lange die dauert, ist vom Hund abhängig), solltest du das Alleinbleiben Schritt für Schritt trainieren und üben.

Eine sehr gute Möglichkeit ist, dass dein Hund lernt, dass es Zeiten gibt, wo der Mensch zwar anwesend ist, sich aber nicht um ihn kümmert, er keine Aufmerksamkeit bekommt. Hilfreich ist hierbei, dass dein Hund einen Platz hat, an dem er sehr gut zur Ruhe kommen kann. Liegt er entspannt auf seinem Platz, könntest du ein Entspannungswort etablieren, z.B. „RUUUUHE“ oder „Entspann dich“. Du kannst dir ein Wort ausdenken, dass du ruhig aussprechen kannst. Bei Bedarf lass dich hier von einem guten Trainer begleiten. Es gibt noch weitere Varianten, die unterstützend wirken können: ein Duft, ein Tuch, eine Musik …

Auf diesem Platz wird dein Hund niemals gestört. Das ist sein eigener, persönlicher Rückzugsort.

Ruheort etablieren

Wenn dein Hund gelernt hat, dass er an diesem Ort entspannen kann, und er nicht immer Aufmerksamkeit von dir bekommt, kannst du beginnen, in kleinen Minischritten das Alleinbleiben zu trainieren.

Während des Trainings darf der Hund nicht, unter keinen Umständen, allein gelassen werden. Sollte dies trotzdem passieren, wirft es dich und deinen Hund auf den Beginn des Trainings und eventuell noch darüber hinaus zurück.

Hab Geduld, Ausdauer und Vertrauen in dich und deinen Hund. Dann werdet ihr beide die Trennungsangst hinter euch lassen.

Tipps wenn der Hund bereits alleine bleiben kann

Geh mit deinem Hund – bevor du ihn allein lässt – spazieren, damit er müde ist und sich lösen konnte. Achte aber darauf, dass du mindestens eine halbe Stunde früher wieder zu Hause bist, damit der Hund sich beruhigen kann und nicht aufgeputscht ist, wenn du das Haus verlässt.

Ein paar Minuten bevor du dann endgültig das Haus verlässt gib ihm einen Kong oder eine Lickimat mit der er sich beschäftigen kann, somit wird er auch etwas abgelenkt, wenn du das Haus verlässt. Ich persönlich gebe keine Kauknochen, weil ich Angst habe, dass er sich verschluckt oder verletzt in meiner Abwesenheit.

Wenn du das Haus verlässt mache das völlig emotionslos und ruhig.

Wenn du ein Signal hast, dass deinen Hund wissen lässt, dass du gleich wieder zurück bist, wie zum Beispiel „Ich komme gleich“ oder ähnliches, verwende es wirklich nur, wenn du auch gleich wieder zuhause  bist. Dies kann dem Hund helfen sich zu entspannen, da er weiß, dass du gleich wieder da bist.

Trennungsstress zu beheben ist harte Arbeit, aber denk immer daran, dass dein Hund dies nicht aus Bosheit dir gegenüber macht, vielmehr gerät er in Panik und hat Angst allein gelassen zu werden. Er lebt im Moment und die Momente, in denen du nicht da bist sind lange und schrecklich für ihn. Du kannst ihm aber dabei helfen, dass alleine bleiben stressfrei zu erlernen.

Wenn der Mensch den Hund nicht alleine lassen möchte

Es gibt Menschen, die ihren Hund nur sehr ungern und mit einem unguten Gefühl zu Hause lassen. Dafür kann es viele verschiedene Gründe geben. Beispielweise haben sie Angst, dass der Hund beim alleine bleiben bellt und die Nachbarn sich beschweren oder auch, dass dem Hund in ihrer Abwesenheit etwas zustoßen könnte. Manche Menschen haben dem Hund gegenüber ein schlechtes Gewissen, wenn er mal alleine bleiben muss oder haben Angst, dass der Hund während ihrer Abwesenheit gestohlen wird. Das alles sind Gedanken, die durchaus ihre Berechtigung haben und für die man sich auch nicht schämen muss. Ängste können sehr vielschichtig sein und sind immer ernst zu nehmen.

Unser Stress überträgt sich natürlich auf den Hund, deswegen ist es unbedingt erforderlich auch an sich selbst zu arbeiten. Sich wirklich mit diesen Ängsten auseinander zu setzen und eventuell gemeinsam mit engen Vertrauten oder einem Experten Lösungen für dieses Problem finden. Aussprechen was genau an dieser Situation dir soviel Angst macht bzw. Stress bereitet.

Erste Hilfe Lösungen

Hundesitter: Wenn du keine Möglichkeit hast, deinen Hund bei Freunden oder Verwandten unter zu bringen könntest du dir einen Hundesitter für die Zeit deiner Abwesenheit suchen. Lerne diesen Hundesitter zuvor sehr gut kennen, damit sich zwischen euch eine Vertrauensbasis entwickeln kann.

Mache zu Hause zu einem sicheren Ort: Wenn du Angst hast, dass deinem Hund in deiner Abwesenheit etwas zustoßen könnte, kreiere einen sicheren Ort für ihn. Mache dein zuhause „Welpensicher“ und bringe alle potentiellen Gefahren außer Reichweite. Wenn du weißt, dass dein zu Hause sicher ist, werden auch die Ängste, dass deinem Tier etwas passieren könnte, weniger werden.

Nanny-Kamera: Es gibt ein riesiges Angebot an Videokameras um deinen Hund im Auge zu behalten. Der Markt ist sehr groß und du findest sicher die richtige Kamera für dich. Diese sind in der Regel mit deinem Smartphone verbunden und du kannst wann immer du willst nach deinem Hund sehen.

Fazit

Trennungsangst kann sowohl für dich, als auch für dein Haustier ein echtes Problem darstellen und ist immer ernst zu nehmen. Wenn du jedoch die richtigen Maßnahmen ergreifst, wie du dir und deinem Hund helfen kannst, steht einem entspannten und stressfreien Leben nichts mehr im Weg.

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