Der Hund als Berufung

Was bedeutet der Hund als Berufung eigentlich für mich?


Diese Frage hat Anna Meißner von hundecoaching.pro im Rahmen einer „never-ending“ Blogparade namens „Der Hund als Berufung“ gestellt, welche ich nur zu gerne beantworte.


Tiere nahmen schon immer einen großen Platz in meinem Leben und in meinem Herzen ein. Aber meine eigentliche Berufung sehe ich darin, Mensch- Hund -Teams unterstützen zu können. Nach meinem Psychologiestudium suchte ich nach Wegen mein Herzensthema „Bessere Lebensqualität für Mensch und Hund“ mit meinem Beruf als Psychologin verbinden zu können. Mit dem Einzug meines zweiten Hundes Chester, begann meine Persönlichkeitsentwicklung. Vom Charakter her ist er ein sehr kreativer Hund und lebt dabei Seiten aus, die ich bis dahin in meinem Innersten verborgen hielt. Er ist aufbrausend, launisch und gleichzeitig so hochsensibel und liebenswert. Eigenschaften, die ich durch meine sehr kontrollierte Natur zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausleben konnte. Durch ihn begann ich, meinen eigenen Charakter zu hinterfragen. Ich halte sehr viel von der gegenseitigen Stimmungsübertragung. Emotionen/Stimmungen, die ich mir nach Außen hin nicht anmerken lassen, diese sich aber in meinem Innersten abspielen, spiegelt er wieder. Dies gelingt ihm nicht nur bei mir, sondern auch bei anderen Menschen. Er merkt sofort, wenn ein Mensch im Ungleichgewicht ist.

Der Wunsch anders zu sein

Ob ich mir manchmal gewünscht habe, dass er (und ich) anders wäre(n)? Das wir „leichter“ wären?
Ich würde lügen, wenn ich nein sagen würde. Aber wie Goethe so schön sagte „Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten.“ Vielleicht sind seine Schattenseiten der Preis für sein großartiges Licht, welches erstrahlt, wenn es IHM und MIR gut geht. Dieser Hund ist fähig eine Ebene bei Menschen zu erreichen, die mir verwehrt geblieben ist.
Aber eigentlich soll ich erzählen wie ICH meine Berufung mit Hund gefunden habe. Das geht allerdings nicht ohne ihn oder meinen absoluten Seelenhund Louis. Die beiden sind wie YING und YANG. Sie bedingen sich gegenseitig und sind die Symbole für die Gegensätzlichkeit von Himmel und Erde. In der Traditionellen Chinesischen Medizin steht das Yin für die weibliche Energie, die Louis darstellt. Yin steht für die Erde.
Es ist weich, langsam, entspannt, die nach innen gerichtete Energie und steht für die Nacht, Dunkelheit und Stille. YANG hingegen steht für das männliche, den Himmel, den Tag und die Wärme. Welches in meinem Fall von Chester dargestellt wird. YIN und YANG, bedeuten anziehen und abstoßen und können daher nicht isoliert voneinander existieren.

Konflikte sind nicht unlösbar

Bei einem Hund wie Chester und einem Menschen wie mir, die beide feiner fühlen und wahrnehmen kommt es zwangsläufig zu Konflikten, da wir uns schwerer von den Emotionen Anderer abgrenzen können. Und genau darin liegt das Thema, welches mir persönlich sehr am Herzen liegt. Die Hochsensibilität. Für viele Menschen mag der Begriff wie eine Etikettierung klingen, oder, wie esoterischer Humbug, der dazu dient jemanden in eine Schublade einzusortieren, oder vielleicht auch um das Verhalten von Menschen zu rechtfertigen. Tatsächlich ist die Hochsensibilität, vor allem im amerikanischen Raum, recht gut erforscht. Es gibt sogar eine Studie, die untersucht hat, ob es Hochsensibiltät bei Hunden gibt. Eine Pionierin auf diesem Gebiet ist die Psychologin Elaine Aron. Doch was ist damit eigentlich gemeint? Hochsensible Menschen nehmen Reize stärker war als andere Menschen. Entsprechend kommt es vor, dass sie schneller gestresst sind. Lange hatte ich das Gefühl, dass etwas mit mir nicht stimmt, weil Konflikte bei mir länger nachhallten und ich mich von Stimmungen anderer Menschen nicht so gut abgrenzen konnte. Oft habe ich mir gewünscht anders zu sein und habe jene Menschen bewundert, die nach Konflikten normal weiter existieren konnten. Viel zu oft war ich erschöpft und mein Stresspegel dementsprechend hoch und schnell erreicht. Also habe ich begonnen Nachforschungen anzustellen und habe festgestellt, dass ich eigentlich „normal“ bin und es anderen Menschen genauso geht. Gespräche mit anderen ebenfalls hochsensiblen Menschen, Erlebnisse, denen ich beiwohnen durfte um die Reaktionen anderer auf Konflikte zu beobachten und dann, nach einigen weiteren AHA- Erlebnissen, bin ich zu der Erkenntnis gekommen.

Coaching für Mensch & Hund

Manche Mensch-Hund-Teams, die von diesem Temperamentsmerkmal betroffen sind, könnten von einem Coaching indem beide, sowohl Mensch als auch Hund im Mittelpunkt stehen, profitieren. In einigen Hundeschulen ist es leider so, dass noch IMMER der Mensch alleine an dem Verhalten seines Hundes Schuld ist. Ständig wird man kritisiert und teilweise sogar des Platzes verwiesen, weil der Hund nicht „pariert“. Ich selbst habe kurze Zeit eine solche Hundeschule besucht und war schockiert wie mit solchen Mensch-Hund-Teams umgegangen wird. Von holistischem Denken der Trainer keine Spur. Von Empathie oder Feinfühligkeit braucht man entsprechend hier gar nicht erst anzufangen. Sicherlich ist es nicht in jeder Hundeschule so, aber für mich kommt es nicht mehr in Frage, mich und meine Hunde einem solchen militärischen Umgangston auszusetzen.

Also warum es nicht anders probieren?


Aufgrund dieser Erfahrungen, weil Hunde meine Leidenschaft sind und Menschen mir sehr wichtig sind, habe ich die Ausbildung zur Hundetrainerin abgeschlossen und einige Weiterbildungen in diesem Bereich absolviert.

Stressfrei mit Hund

Ein weiteres Thema, welches mir sehr wichtig ist, ist die Stressbewältigung und das Stressmanagement. In der heutigen Zeit werden diese Begriffe immer wichtiger. Viele Menschen und Hunde wohnen in der Stadt. Vielleicht sind dies Personen und Tiere die auf dem Land, mit weniger Reizen, besser leben würden. Aber im Leben ist es nun mal oft so, dass man sich mit bestimmten Umständen arrangieren muss. Nicht zuletzt deshalb kann das Stadtleben sehr aufreibend sein. Der Lärm, die vielen Gerüche anderer Hunde und der enge Lebensraum, dem man ausgesetzt ist, bedingen diese innerliche Angespanntheit. Dazu kommt oft ein stressiger Job mit Verantwortung oder auch einer, indem man sich langweilt und chronisch unterfordert ist, auch das kann Stress hervorrufen. Ebenso dazu zählen Jobs in Großraumbüros, in denen man dauernd Reizen von Mitarbeiter ausgesetzt ist. In der Freizeit nimmt dieser Stresspegel nicht unbedingt ab.

Konflikte durch Stress

Konflikte mit anderen Menschen und/ oder deren Hunden, die sich natürlich gegenseitig durch den hohen Stresspegel des jeweils anderen bedingen machen die freie Zeit nicht weniger angespannt. Nicht zuletzt kommen dann auch noch alle Dinge hinzu, die man unter der Woche nicht ausleben konnte und welche dann auf das ohnehin schon kurze Wochenende verlagert werden. Dies sind Themen, die mir am Herzen liegen. Themen, die ich selbst gut kenne, die ich bei anderen erlebe und unterstützen möchte. Wieso also nicht zusammen mit dem Hund spazieren gehen und Entlastungsgespräche führen? Die Natur erkunden und eine andere Perspektive auf die Dinge entwickeln? Im Rahmen meiner psychologischen Ausbildung musste ich zum Beispiel etliche Stunden Supervision abhalten, was an sich ja nicht schlecht ist, allerding musste ich auch immer sehen, dass ich jemanden für die Hundebetreuung finde, was für eine Berufstätige mit wenig Freizeit, wie ich es bin, ein zusätzlicher Stressfaktor ist. Wieso also nicht die Coachings in die Natur verlegen, wo man seinen besten Freund an seiner Seite haben kann und kein schlechtes Gewissen haben muss, weil die Hunde mal wieder allein zu Hause bleiben müssen.

Berufung Hund

All diese Dinge haben mich dazu bewegt meine Berufung ‚Hund‘ zu leben und ein gratis E-Book zum Thema hochsensible Mensch-Hund-Teams zu verfassen. Ich will damit das Bewusstsein schaffen, dass man, wenn man sensibler ist als andere, wenn man Ängste hat, oder wenn es Konflikte innerhalb der eigenen Mensch-Hund-Beziehung gibt, nicht alleine ist und es immer einen Weg gibt, der für einen neue, aufregende und schöne Erfahrungen bereithält!

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2 Gedanken zu „Der Hund als Berufung

  1. Anna Meißner

    Liebe Lisa,

    ich habe deinen Beitrag so gerne gelesen. Mich berührt es immer wieder, wenn sich Menschen über ihren eigenen Hund selbst näher kommen und dadurch auch inspiriert werden, wiederum andere Menschen auf ihrem Weg zu begleiten. Es braucht noch viel mehr Menschen wie dich, die mutig neue Wege in der Mensch-Hund-Beziehung gehen. Ich wünsche dir alles Liebe und viel Erfolg auf deinem Weg.

    Herzlichst Anna

    1. Lisa

      Liebe Anna, vielen herzlichen Dank für dein wundervolles Kommentar, dass bedeutet mir wirklich viel.

      Liebe Grüße,

      Lisa

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