Tipps für (Hoch-)Sensible Mensch-Hund-Teams

Ich schreibe gerade an einem E-Book für hochsensible Mensch-Hund-Teams. In meinen vergangenen Blogbeiträgen bin ich schon auf die Merkmale dieser Persönlichkeitsdimension eingegangen. Nun möchte ich einen kleinen Auszug aus meinem E-Book als Blogbeitrag präsentieren. Das gratis E-Book wir Anfang/Mitte Oktober erscheinen und es wird die wichtigsten Blogbeiträge zu dem Thema, sowie, drei Erfahrungsberichte von hochsensiblen Mensch-Hund-Teams geben, einen davon von mir selbst und die zwei anderen von zwei Menschen,über die ich mich besonders freue.

Tipps für hochsensible Menschen

Hochsensible Menschen sind sehr oft von Reizüberflutung betroffen. Deswegen habe ich hier einige Tipps zusammengefasst, die mir persönlich sehr geholfen haben.

Visualisieren: Als Hochsensible kennt man vielleicht das Phänomen, in denen allein schon der Gedanke an eine neue Situation in Stress ausartet. Sich die Situation konkret vorzustellen, hilft seine Energien zu kanalisieren. Wenn du zum Beispiel ein Referat an der Uni halten musst, nimm dir die Zeit und schau dir den Raum vorher an, visualisiere wie du dein Publikum von deinem Thema überzeugst.⠀⠀⠀
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Atmen: Aus eigener Erfahrung, kann ich sagen, dass man in herausfordernden Situationen oft unbewusst die Luft anhält. Übe bewusstes durchatmen. Viele Menschen tun sich schwer tief ein-und auszuatmen, weil sie sich an ihre flache Atmung schon gewöhnt haben. Wie alle Gewohnheiten lässt sich das trainieren. Nach einiger Zeit wird es sich ritualisieren. ⠀⠀⠀⠀

Auszeiten: Gerade für Hochsensible, die in einem Job arbeiten müssen, der sie sehr stresst, ist es wichtig, sich Auszeiten zu gönnen. Statt die Mittagspause in einer vollen Kantine zu verbringen, die für Reizüberflutung sorgt, könnte man einen kurzen Spaziergang machen, sich selbst Freiräume schaffen, in denen man sich wohlfühlt. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀
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Keine Vergleiche! Hochsensibilität ist etwas besonderes, keine Frage. Dennoch ertappt man sich dabei, sich mit Menschen zu vergleichen, die normal sensibel sind. Das hat keinen Sinn, denn als HSP ist man viel leichter iritierbar. Sag Ja zu dem wie du bist, lerne es zu schätzen und schließe Frieden damit nicht wie die anderen zu sein.⠀⠀⠀⠀⠀
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Sag nein zum Perfektionismus: Besonders HSPs haben das Bedürfnis alles perfekt machen zu wollen und neigen zum nachgrübeln, nach einer Situation. Oft durchleben sie die Situation immer wieder gedanklich und kritisieren sich selbst für Dinge die schon lange vorbei sind. Die Situation ist vorbei, du kannst sie nicht ändern. Es wird immer jemanden geben, der etwas auszusetzen hat. Perfektion gibt es nicht. Also lass los, du wirst sehen, du wirst dich sehr befreit fühlen. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀

Intuition: Vertrau deinem Bauchgefühl! Wenn sich etwas falsch für dich anfühlt, dann ist es das auch. Hochsensiblen sagt man nach, dass sie eine tiefe Intuition haben, vertrau darauf!

In Akutsituationen einen Kaugummi kauen oder Wasser trinken, dass lenkt von den auf einen einströmenden Reizen ab. Sich zu nichts zwingen lassen, auch nicht von sich selbst. Hochsensible Menschen brauchen mehr Ruhe und Regeneration. Du brauchst kein schlechtes Gewissen haben, wenn draußen das tollste Wetter ist, du dich aber nicht fit fühlst um genau jetzt spazieren zu gehen.

Sich trauen aus der Situation zu gehen. Wenn man mit Freunden und Hund etwas trinken geht und einem plötzlich alles zu laut und hektisch wird, scheue dich nicht den Hund zu nehmen und eine Runde zu gehen um runterzukommen.
Oder wenn du irgendwo bist, wo du dich unwohl fühlst, gehe aus der Situation. Achtsamkeit mit dir selbst ist das Zauberwort, hin spüren wo es dir zu viel wird und dich bewusst zurückziehen.

Tipps Mensch-Hund-Team

Einige hochsensible Hunde neigen dazu Probleme mit lauten Geräuschen und mit Berührungen zu haben. Sie können empfindlich reagieren, wenn mehre Umweltreize aufeinander treffen und neigen dazu im Training leicht ablenkbar zu sein. Wenn du mit deinem hochsensiblen Hund zum Beispiel gerade trainierst und auf einmal fährt ein Auto vorbei, zur gleichen Zeit sieht er einen Artgenossen und dann kreuzt noch ein Radfahrer euren Weg, kann ihn das ganz schön ablenken oder sogar aus der Fassung bringen. Manche Hunde reagieren emotional, wenn wir den falschen Ton treffen, oder, wenn andere Tiere im Haushalt zu laut werden. Wildes herumtoben von anderen Hunden oder einer anderen Person kann dazu führen, dass sie sich verstecken, weil sie nicht sicher sind wie sie mit der Situation umgehen sollen.

Verhaltensprobleme

Ein hochsensibler Hund kann Verhaltensprobleme entwickeln, wenn er falsch behandelt wird. Sie können ängstlich, schwierig im Umgang, schüchtern werden oder reagieren auf jede Form von Negativität, indem sie sich weigern mit zu arbeiten, weglaufen, sich verstecken oder verwirrt reagieren. Das Training mit diesen sensiblen Wesen kann zu einer echten Herausforderung werden, deswegen ist es am Besten dass angebotene Verhalten anzunehmen und auszubauen. Ich persönlich habe die Erfahrung mit meinem Hund gemacht, dass er zum Beispiel auf ein flüstern aufmerksamer reagiert als auf sprechen in normaler Lautstärke.

Trainingstipp

Nimm dir viel Zeit für das Training und sei besonders geduldig. Belohne jede noch so kleine Leistung mit viel Lob und Belohnungen. Vielleicht arbeitest du sogar schon mit einem Clicker oder einem Markerwort. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Geräusch des Clickers bei meinem Hund viel besser funktioniert als ein Markerwort, weil er das Geräusch damit in Verbindung bringt, dass es gleich etwas tolles gibt.

Bewältigbare Herausforderungen stellen

Es ist die Einzigartigkeit des Geräusches und das punktgenaue Belohnen was uns sehr im Training geholfen hat. Es gibt aber auch hochsensible Hunde, die das Geräusch des Clickers total ablehnen, hier sollte man mit einem Markerwort arbeiten. Weiter kannst du deinen Hund motiviert halten, indem du ihm kleine Herausforderungen stellst, die er meistern kann um sein Selbstvertrauen zu stärken. Es ist wichtig die richtige Belohnung für deinen Hund zu finden, seien es Leckereien, ein Spielzeug, ihn schnüffeln zu lassen oder eine kleine gemeinsame Laufrunde. Hunde sind wie Menschen Wesen, die auf verschiedene Arten von Stimuli reagieren. Der eine Mensch möchte nach einem langen Arbeitstag mit einem Glas Wein auf der Couch ausspannen, der andere wiederum zieht sich seine Laufschuhe an und joggt eine Runde. Finde heraus was dein Hund gerne mag und was ihn motiviert.

Ideale Bedingungen schaffen

Hochsensible Hunde können unter idealen Bedingungen (ruhige Umgebung, sehr guter Motivator und geduldiger Umgang) schnell lernen, sie sind sehr auf ihre Umgebung fokussiert und lesen ihren Besitzer wie ein offenes Buch. Sie vertragen absolut keinen harten Umgangston und selbst überschwängliches Lob kann sie demotivieren und verunsichern. Das wichtigste im Training bei hochsensiblen (und auch anderen Hunden) ist ein ruhiger und gelassener Unterrichtsstil.

Hyperfokus

Manche hochsensiblen, aber auch normal sensiblen Hunde, neigen dazu beim Spaziergang in den Hyperfokus zu geraten, dann schnüffeln sie ausdauernd an einer Stelle und sind nicht zum weitergehen zu motivieren. Dies ist keine Bösartigkeit des Hundes uns gegenüber, er ist einfach in seine eigene Welt versunken und so auf diesen Geruch konzentriert, dass er alles andere ausblendet. Hier kann eine leichte Berührung, zum Beispiel an der Schulter, ihn aus seinem Fokus holen und ein Fortsetzen des Spaziergangs ist möglich.

Hohe Sensitivität

Aufgrund ihrer hohen Sensitivität können sie von harten und ungerechte Trainingsmethoden hohen Schaden nehmen. Schreien, schlagen oder anderwärtig hartes Behandeln dieser besonders empfindlichen Wesen kann zu ängstlichen, schüchternen und nervösem Verhalten führen. Sie kommen auch sehr schlecht mit lauten und chaotischen Umgebungen zurecht und ziehen sich möglicherweise zurück um sich zu schützen.

Man kann einen hochsensiblen Hund nicht „abhärten“, da die Hochsensibilität angeboren ist. Dinge die andere Hunde wegstecken, kann bei einem hochsensiblen Hund dazu führen, dass er sich immer mehr zurück zieht. Man braucht viel Geduld und Einfühlungsvermögen um solch einen Hund aus der Reserve zu locken.

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