Clickertraining mit dem Hibbelhund

„A well trained dog will make no attempt to share your lunch. He will just make you feel so guilty that you cannot enjoy it.”  – Helen Thomson

Meine „Clickerkarriere“ hat eigentlich schon mit dem Einzug von Louis begonnen. Unzufrieden mit den „herkömmlichen“ Hundeschulen, habe ich mich auf die Suche nach anderen Möglichkeiten gemacht, wo kein militärischer Umgangston und Zwang, sowie Druck oder Ruck (oft liebevoll tituliert als „Leinenimpuls“) herrscht. So habe mich in das Clickertraining eingelesen und habe eine Hundeschule gefunden, die mit rein positiven Trainingmethoden arbeitete. Mittlerweile mache ich selbst die Ausbildung zur Hundetrainerin, wo das Clickertraining im Mittelpunkt steht.

Louis ist sehr hibbelig, wenn es darum geht zu trainieren. Er kennt keine Pause und würde am liebsten non-stop etwas tun. Ich muss ihn wirklich oft bremsen, seine Verfressenheit tut sein übriges. Durch seinen „will-to-please (eat)“ steht er sich sehr oft selbst im Weg. Er braucht nur den Clicker sehen und pusht sich dadurch immer mehr hoch. Vor lauter Aufregung wird er dann sehr schlampig und fahrig. Das führt oft dazu, dass auch ich, durch sein hohes Energieniveau, nervös werde und wir uns gegenseitig hochfahren, ein weiterkommen im Training ist dann unmöglich.

10-Leckerchen-Spiel

Ich mach es jetzt so, dass ich bevor ich gerne trainieren würde,  einen längeren Spaziergang mit ihm unternehme, wo er nach Herzenslust schnüffeln kann. Ich habe damit begonnen das „10-Leckerchen-Spiel“ in die Spaziergänge einzubauen.

Dieses Spiel sorgt dafür das er sich auf MICH konzentrieren muss, hat auch auch genügend Bewegung dabei (was bei Louis äußerst wichtig ist) und lastet ihn geistig aus. Ich liebe dieses Spiel einfach, weil man es in verschiedenen Alltagssituationen einbauen kann. Der Hund darf lauern, rennen, muss sich aber konzentrieren, umorientieren und muss eine große Portion Impulskontrolle aufbringen.

Man braucht für dieses Spiel einen Futterbeutel oder ein Behältnis für die Leckerlies und einen Clicker oder ein Markerwort. Der Hund sollte einfach nur vor dir sitzen oder liegen, was eben am bequemsten für ihn ist. Er sollte nur aufmerksam sein. Dann beginnt man zu zählen.

Man greift – langsam –  in die Schüssel/den Futterbeutel und sagt „eins“. Dann nimmt man das Leckerlie und legst es sich in die andere Hand. Dann nimmt man das zweite usw.
Man muss darauf achten, dass man zuerst die Zahl sagt und – erst dann – nach dem Leckerlie greift.

Ich habe am Beginn des Spiels daraus ein „5-Leckerchen-Spiel“ gemacht, weil Louis sonst frustriert geworden wäre. Man sollte seinen Hund sehr gut beobachten, wann er unruhig wird. Es gilt hier Frust unbedingt zu vermeiden.

Je nachdem, wie weit du mit dem zählen kommst – ohne das dein Hund Frust aufbaut – clickerst du  oder sagst dein Markerwort und das erste Leckerlie fliegt sichtbar durch die Gegend. Ich werfe es oft ein paar Meter, denn bei Louis kommt der Spaß definitiv durch das weitere Strecken laufen. Sobald sich dein Hund zu dir umorientiert fliegt das nächste Leckerlie.

Wenn der Hund schon am Beginn anfängt an dir hochzuhüpfen zu bellen oder andere unerwünschtes Verhalten zu zeigen, legst du die Leckerlies wieder in die Schüssel und drehst deinem Hund den Rücken zu. Nach ein paar Minuten-wenn er sich wieder beruhigt hat, beginnst du das Spiel einfach von vorne und dann zählst du vielleicht nur bis zwei. Der Hund sollte das Spiel unbedingt mit Erfolgserlebnissen verknüpfen.

Ich mache es bei Louis so- sobald er das Leckerlie gefressen hat – kurz vor der Umorientierung- sage ich seinen Namen und markere es- dann fliegt das nächste Leckerlie. Mit der Zeit kann man das Spiel ausbauen und varriieren. Man kann auch Spielzeug oder einen Dummy verwenden.

Wenn wir fertig gespielt haben, werfe ich ein paar Leckerlies in die Wiese/auf den Fußboden und sage „such“ damit er er weiß das das Spiel beendet ist. Oder ich bereite- für den Fall das ich das Spiel zu Hause mache- einen Schnüffelteppich/Kong/Kauknochen vor.

Seit wir dieses Spiel vor dem Training am Abend machen ist er nicht mehr so fahrig und hibbelig. Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen, der auch stolzer Besitzer eines Hibbelhundes ist🤗

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